Praxis für Homöopathie

Kalender

< 2019 >
November
SoMDMDFS
     12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930

Ein Beispiel aus der Praxis:

Vorgestellt durch die Mutter wird ein 7-jähriger Junge mit immer wiederkehrenden fieberhaften HNO-Infekten. Durchgeimpft. Als Säugling wurde er wegen einer RS-Virus Infektion stationär aufgenommen. Danach häufig Mittelohrentzündgen, die immer konsequent mit Antibiotika behandelt wurden. Im Alter von 4 Jahren stationärer Aufenthalt wegen einer Lungenentzündung. Im Dezember des gleichen Jahres Scharlach. Dann Arzneimittelexanthem während der Antibiose mit Schwellungen der Hände und Füße.

Seit dieser Zeit wurden diverse alternative Verfahren versucht und unter anderem auch eine homöopathische Ärztin konsultiert, die mehrere homöopathischen Mittel gegeben hat. Allerdings hat der Junge immer wieder fieberhafte HNO-Infekte mit mehr oder weniger Beteiligung der Ohren.

Seit ca. einem halben Jahr ist es wieder besonders schlimm. Kurz nach einer Mittelohrentzündung hatte er Scharlach und einige Wochen später ein Rezidiv. Seit vorgestern hat er wieder Halsschmerzen, aber ein Abstrich heute morgen war negativ und der Kinderarzt möchte erst den weiteren Verlauf in den nächsten Stunden beobachten.

Die Mutter hat inzwischen beobachtet, dass die Beschwerden immer nach dem gleichen Muster ablaufen: Die Beschwerden beginnen immer nachmittags. Er klagt dann zuerst über Halsweh und er fröstelt. Er entwickelt dann zügig relativ hohe Temperaturen, die gegen Abend bis auf 40 Grad ansteigen können. Dabei ist ihm heiß, sein Gesicht gerötet und die Haut völlig trocken. Der innere Hals ist gerötet und er hat Durst, aber das Schlucken schmerzt. Die Mutter sitzt dann bei ihm am Bett und macht Wadenwickel, um die Temperatur ein wenig zu senken. Er ist sehr lebhaft, braucht viel Aufmerksamkeit und findet nur schlecht in den Schlaf. Der Schlaf ist unruhig, Nach Mitternacht setzt Schweiß ein und die Mutter muss den Schlafanzug wechseln. Danach sinkt die Temperatur und der Rest der Nacht verläuft ruhig. Am nächsten Morgen ist die Temperatur deutlich geringer und auch die Halsschmerzen sind schwächer. Unbehandelt verschlimmert sich der Zustand in den Nachmittagsstunden erneut und steigert sich in den darauffolgenden ein bis zwei Tagen so, dass spätestens in der dritten Nacht wieder Antibiotika eingesetzt werden.

Zur Zeit der Konsultation sind Rachenring und Mandeln hochrot, aber nicht vereitert. Die Trommelfelle sind unauffällig. Die Kieferwinkeldrüsen sind nicht geschwollen. Die Lunge ist unauffällig.

Im Beisein der Mutter wird mit den Daten des Befunds eine sogenannte Repertorisation (dieses Substantiv gibt es nur in der Homöopathie – und was es bedeutet erfahren sie hier) angefertigt und das Ergebnis mit einer reinen Arzneimittellehre (was eine Arzneimittellehre ist erfahren Sie hier) verglichen.

Der Junge erhält am späten Vormittag eine Einzelgabe Belladonna atropa C 200 (was es mit den homöopathischen Potenzen auf sich hat erfahren Sie hier) und die Mutter den Hinweis, bitte keine weiteren homöopathischen Medikamente zusätzlich zu geben. Eine Folgekonsultation wird für den nächsten Nachmittag vereinbart.

Am nächsten Nachmittag berichtet die Mutter: Die letzte Nacht war bis Mitternacht eine Katastrophe. Obwohl die Temperatur nur noch bis 39,5 stieg, war der Junge sehr unruhig und hatte starke Schmerzen. Heute Morgen hatte er zwar keine Temperatur mehr und klagte auch nicht über Schmerzen, aber den ganze Tag über ist er sehr quengelig und gereizt. Hier lässt er sich nur durch gutes Zureden noch mal in den Hals schauen. Der Befund hat sich etwas gebessert, aber der Hals ist immer noch gerötet.

Bei der darauffolgenden Konsultation am nächsten Tag ist das Bild völlig anders. Die Mutter berichtet, dass die Temperatur gestern Nachmittag nicht mehr anstieg und er auch nicht mehr über Halsschmerzen klagte, aber allgemein bis zum Schlafengehen völlig verdreht und ungezogen war. Seit heute Morgen sei er wie ausgewechselt und wieder völlig normal. Es bestehen keine Halsschmerzen mehr. Der Hals innen ist jetzt blass!

Er hat einige Monate keine Beschwerden mehr. Erst ein halbes Jahr später kommt es zu einem Rezidiv, allerdings milder als früher. Eine Gabe Belladonna C 30 hilft erneut.

… Zurück Weiter